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Die nun erzeugte Datei "Scanlist.txt" können wir mit "scan" verwenden, und zwar recht einfach: "scan Scanlist.txt > channels.conf". Jetzt dauert es eine ganze Weile, da alle Frequenzen durchlaufen werden müssen. Eventuelle Tuning-Fehler können ignoriert werden.

Von der Scanlist.txt zur channels.conf

Wenn der Scan durchgelaufen ist, gibt es jetzt eine Datei "channels.conf". Die Datei am besten mal öffnen. Die auf den ersten Blick komplizierten Zeilen sind letztendlich recht simpel. Die einzelnen Zeilen repräsentieren je einen gefunden Sender, die einzelnen Informationen je Sender sind durch Doppelpunkte getrennt.

Wer weitere Informationen über den Aufbau und die Funktionsweise der channels.conf bekommen möchte, der sei an dieser Stelle auf das VDR-Wiki verwiesen - Auch wenn die Syntax der VDR-channels.conf sich von der MPlayer-Syntax etwas unterscheidet. Relevant für uns sind hier nur der Name und die Audio-PID (später mehr).

Es kann vorkommen, dass einige Sender mehrfach in der Liste sind, dass liegt daran, dass sie eventuell über Verschiedene Frequenz-Einstellungen gefunden werden können. Da weder dvbt-scanaid noch scan eine dahingehende Überprüfung vornehmen, müssen wir das manuell machen. Am besten dazu die Liste einfach mal alphabetisch sortieren, alle doppelten Sender können entfernt werden.

Einige Sender senden zusätzlich zum normalen Ton eventuell auch den Originalton - wenn verfügbar, oder die Audiodeskription oder in einem anderen Audioformat. Je-nach-dem, was erwünscht ist, muss jetzt eventuell die Audio-PID angepasst werden.

Dazu einfach skyplus.seyen.de aufrufen, und zum entsprechenden Sendegebiet runterscrollen, in meinem Fall ist das "Hamburg, Lüneburg & Lübeck", da ich in Hamburg lebe. Jetzt noch etwas runterscrollen, und auf die Sternchen achten. Nehmen wir mal das ZDF. Dort stehen drei Audio-PIDs zur Auswahl, und direkt unter der Tabelle die Erklärung.

Möchte ich beim ZDF statt des normalen Tons auch die Audiodeskription haben, muss ich die zweite Audio-PID auswählen (547), und entsprechend ersetzen

Alt: ZDF:490000000:INV[...]ARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:545:546:514
Neu: ZDF:490000000:INV[...]ARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:545:547:514

Und wenn ich mit Hilfe artes meine Französischkenntnisse würde aufbessern wollen, so müsste ich dort die Audio-PID auf 4387 ändern

arte:570000000:INV[...]ARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:4385:4386:2
arte:570000000:INV[...]ARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:4385:4387:2

ProSieben und Sat.1 zum Beispiel senden bei einigen Spielfilmen in Dolby-Digital, warum sollte man das nicht auch benutzen?

Neu: SAT.1:546000000:INV[...]ARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:385:392:16408
Neu: ProSieben:546000000:INV[...]ARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:305:312:16403

So kann man sich relativ einfach seine Sender entsprechend einstellen. Ein Tipp noch: Den Namen kann man selbstverständlich problemlos ändern. Der Name ist der allererste Eintrag einer Zeile bis zum ersten Doppelpunkt. Soll zum Beispiel "NDR Hamburg" auch tatsächlich so heißen, erreicht man das mit einem einfachen umbenennen

Alt: NDR FS HH:205500000:INVERSION_AUTO:BANDWI[...]
Neu: NDR Hamburg:205500000:INVERSION_AUTO:BANDWI[...]

So können alle Sender umbenannt und angepasst werden, wie man es gerne hätte. Beim Namen ist zu berücksichtigen, dass man von der Shell parsbare Teile wie Ausrufezeichen oder Sternchen vermeidet, wenn man die Sender nicht immer in einfachen Anführungszeichen angeben will.

Wenn die Bearbeitung abgeschlossen ist, einfach die "channels.conf" nach "~/.mplayer/" kopieren. Wie eine fertige Datei aussehen kann, ist an meiner eigenen channels.conf zu sehen.

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Der Beitrag wurde am 12. Januar 2008 veröffentlicht und unter Allgemein abgelegt.

8 Kommentare für „DVB-T unter Linux“

  1. Lazlo Erfurt sagt:

    Danke für die Ausführungen, die mir gut geholfen haben. Ich wäre auch weiterhin an Informationen zu diesem Thema interessiert. Z.B. habe ich mit mplayer Aufnahmeprobleme. Wenn ich den Stream als MPEG speichere, enthält die Datei am Ende Fehler, die sich beim späteren anschauen als kurze Sprünge bemerkbar machen. Demuxt man die mpeg-Datei mit ProjectX werden die Fehler auch angezeigt. Codiere ich während der Aufnahme gleich in x264, was ja erheblich CPU lastiger ist, kann ich diese Fehler nicht feststellen. Hier mal infohalber meine Codieroptionen, für eine “Livecodierung” während der Aufnahme.

    mencoder dvb://ARD -oac copy -ovc x264 -x264encopts threads=auto:bitrate=896:subq=3:me=hex:frameref=3:bframes=3 -vf scale=464:352 -o test.avi -frames $((25*60*95))

    Das kann mein 3GHz P4 gerade noch “verschaffen”. Am Ende habe ich eine noch gut anschaubare Datei, die ich auch mal einem Freund uploaden kann.

    Grüße!

  2. icewind sagt:

    Also, bei „-oac copy -ovc copy“ habe ich keine Probleme mit fehlerhaften Dateien.

    Da ich sowieso nachträglich noch alles schneide, und dann erst Kodiere (wenn die Datei nach dem gucken nicht sowieso in /dev/null verschwindet – Ich benutze es hauptsächlich, um tägliche Sendungen „gesammelt“ am Wochenende am Stück durchgucken zu können), ist mir das auch weniger wichtig.

    Die „Sprünge“ könnten vielleicht von Streamfehlern kommen, die durch nicht immer ganz optimalen Empfang entstehen.

    Ich bekomme bei deiner Zeile übrigens
    „-x264encopts is not an MEncoder option“

  3. Lazlo Erfurt sagt:

    Ja, dann war beim Kompilieren vom Mplayer x264 nicht installiert; kannst Du hier bekommen: ftp://ftp.videolan.org/pub/vid...snapshots/
    x264 ist eine h264 Implementierung die frei verfügbar ist, allerdings aus Lizensgründen nur als Quellcode.

  4. [...] Einstellungsmöglichkeiten von DVB-T mit MPlayer gibt es im icewind’s Blog von Dirk [...]

  5. hogo sagt:

    mencoder hat einen Parameter um die Laenge der Aufnahme von vornherein festzulegen.
    Die Option
    -endpos 5400
    nimmt z.B. 90 Minuten Film auf.

    Die Laenge der Aufnahme wurde hier in Sekunden angegeben. Geht aber auch anders. Wird ueblicherweise benutzt um bei einer zu kodierenden Datei den Endpunkt festzulegen, wenn man nicht die ganze Datei kodieren moechte.

    Ich nehme an, aus diesem Grund findet das keiner.

    — Auszug man mencoder —
    -endpos
    (siehe auch -ss und -sb)
    Beende das Encodieren nach der angegeben Zeit oder Byteposition.
    ANMERKUNG: Die Byteposition ist nicht exakt, da MEncoder nur an Bildgrenzen mit dem Encodieren aufhören kann.

    BEISPIEL:
    -endpos 56
    Encodiere nur 56 Sekunden.
    -endpos 01:10:00
    Encodiere nur 1 Stunde 10 Minuten.
    -endpos 100mb
    Encodiere nur 100 MBytes.

  6. icewind sagt:

    Klasse, da muss man aber auch erstmal drauf kommen! *notier* Gut zu wissen, Danke :)

  7. mmc0815 sagt:

    Moin Zusammen,

    super Anleitung. Wie werden am Besten zeitgesteuerte Aufnahmen realisiert? Etwa über cronjob?

    Gruß,

    mmc0815

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icewind’s Blog ³ – Dirk Sohler – https://0x7be.de/dvb-t-unter-linux/
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